Wie kommen Teams zur Selbstreflexion und entwickeln sich weiter?

Aktualisiert: Feb 29


Organisationen agieren in Umwelten und Kontexten, die durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität gekennzeichnet sind. Hierarchisch angelegte, starre Strukturen sind nur wenig dazu geeignet, die von der VUCA-Welt evozierten Veränderungen und Anforderungen zu bewältigen, erfordert sie doch eine hohe und zeitnahe Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Agilität, um auch weiterhin handlungs- und leistungsfähig sein zu können.

Der Arbeit in Teams kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Organisationen haben die Möglichkeit, Teams (immer wieder neu) zusammenzustellen, um Synergieeffekte zu nutzen und um schnell und flexibel auf die individuellen und situativen Herausforderungen reagieren zu können.

Die damit verbundenen Anforderungen und Erwartungen an die Teams sind alles andere als trivial und setzen voraus, dass nicht nur eine Zusammenarbeit der Teammitglieder stattfindet, was an sich bereits ein nicht zu unterschätzendes Unterfangen sein kann, sondern dass sich das Team zu einem agilen High-Performance-Team und zu einem Lernenden System entwickelt, das sich selbst reflektieren, organisieren und weiterentwickeln kann.

Wie kann das gelingen?


Die Teamentwicklungsspirale nach Kolb













Ein Team dazu anzuregen, sich weiterzuentwickeln und zu lernen und damit die Lernspirale in Gang zu setzen, kann beispielsweise durch die Herbeiführung einer konkreten Erfahrung erfolgen (z.B. Team-Challenges), die anschließend reflektiert, analysiert und nach AGILE (A=Aufgefallen? (An mir, an anderen?); G=Gut gefallen, gelungen; I=Idealer wäre gewesen?; L=Lösungsideen fürs Team?; E=Erste Schritte) ausgewertet und in erste nächste Schritte überführt werden, um eine neue Handlungs- und Verhaltensweise auszuprobieren und erneut Erfahrungen zu sammeln. Auf diese Weise lernt das Team, sich iterativ zu verbessern.


Blind Lego als Team Challenge

Ein konkretes Beispiel für eine Team-Challenge, bei der das Team konkret etwas über sich als Team erfahren kann, ist "Blind Lego".

Ziel ist es, eine Legofigur 1:1 nach dem Vorbild nachzubauen, wobei der Person aus dem Team, die diese Aufgabe übernimmt, die Augen verbunden werden, sodass sie nichts sehen kann, aber sprechen darf. Alle anderen aus dem Team wiederum dürfen nicht sprechen, können aber etwas sehen.

Die Schwierigkeit besteht darüber hinaus darin, dass die das Teil zusammenbauende Person nicht nur nichts sehen kann, sie und die Legobausteine dürfen auch nicht von den anderen Teammitgliedern berührt werden.

Die Teamaufgabe ist innerhalb von 20 Minuten zu lösen. Im Anschluss analysiert und reflektiert das Team die Teamarbeit nach dem Prinzip AGILE und leitet daraus die nächsten Schritte zur Optimierung der Teamarbeit für sich ab.


Coachingfragen zur Initiierung der Lernspirale

Alternativ zum erlebnispädagogischen Ansatz kann die Lernspirale auch über Coachingfragen angeregt werden, die weniger das Haptische und die Emotionen, sondern eher die kognitive Seite ansprechen:

Auf einer Skala von 1-10: Wo stehen wir in der Teamarbeit, als Team?

Was läuft bereits gut?

Wenn wir Kolleginnen und Kollegen in unserer Organisation fragen würden: Was würden sie über uns als Team sagen?

Was müssten wir tun, um auf der Skala in Richtung "0" abzurutschen?

Was müssten wir tun, um uns auf der Skala in Richtung "10" zu bewegen?

Welche Schritte sollen für das Team die nächsten sein, um auf der Skala in Richtung "10" zu kommen? (Wer? bis wann?)


(Schulische) Führungskräfte können solche und ähnliche Coachingfragen in regelmäßigen Abständen in Sitzungen, Konferenzen oder in Sprints im Rahmen der Scrum-Methode stellen und damit das ständige Weiterdrehen der Lernspirale und die Weiterentwicklung ihrer Teams (z.B. Projektteams, Schulleitungsteams) anregen, die so iterativ zu einem "High-Performance-Team" werden können.


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